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Orte und Reisen

Garrison Tavern, Small Heath, Black Patch: was es gibt

Welche Peaky-Blinders-Orte in Birmingham existieren und was heute dort steht — mit dem aktuellen Stand zur Garrison Tavern und dem Drehort in Dudley.

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Garrison Tavern, Small Heath, Black Patch: was es gibt

Wer wegen der Serie nach Birmingham fährt, sucht meistens drei Adressen: den Pub, das Viertel und das Lager der fahrenden Leute. Alle drei existieren, aber keine davon so, wie man es erwartet. Dieser Beitrag sagt für jeden Ort, was dort heute steht — und wo eine Anreise sich lohnt und wo nicht.

Die Garrison Tavern in der Garrison Lane

Es gibt sie, und sie ist die interessanteste Adresse der Liste. Die Garrison Tavern steht an der Garrison Lane in Small Heath, unweit des Stadions St. Andrew's. Sie gilt als die Kneipe, die die historischen Peaky Blinders um die Jahrhundertwende aufsuchten — also die reale Bande, nicht die Serienfiguren. Das ist ein Unterschied, auf den es hier ankommt: Der Pub der Serie ist eine Kulisse, das Haus in der Garrison Lane ist ein Gebäude mit eigener Geschichte, das zufällig denselben Namen trägt.

Die jüngere Geschichte dieses Gebäudes ist eine Abfolge von Fehlschlägen. 2014 wurde es versteigert, für 183.000 Pfund, und schloss als Gaststätte. Danach stand es leer und verfiel; ein Vorhaben, es in Wohnungen umzuwandeln, wurde abgelehnt. Der Reisebericht, der diesem Beitrag als Grundlage dient, stammt vom 1. März 2018 und beschreibt das Haus in genau diesem Zustand: geschlossen, leer, ungewiss.

Seither hat sich etwas geändert, und das ist der Punkt, an dem dieser Beitrag nützlich wird. Nach einem Bericht vom 26. Mai 2025 wurde das Gebäude nach rund einem Jahrzehnt Leerstand wieder in Betrieb genommen — allerdings nicht als Kneipe. Es beherbergt seither ein Fachgeschäft für Küchen und Schlafzimmer. Der Betreiber mietet die Immobilie, und die Eröffnung für Kundschaft war laut dem Bericht für Mitte Juni 2025 vorgesehen.

Für die Reiseplanung heißt das klar: Wer zur Garrison Lane fährt, findet das Haus, aber kein Bier. Man kann davorstehen, die Fassade ansehen, das Stadion in der Nähe mitnehmen — und das ist alles. Ein Abend dort ist nicht möglich. Wir schreiben das so deutlich, weil eine Anreise quer durch England zu einer Ladentür, hinter der Küchen verkauft werden, ein vermeidbarer Ärger ist.

Und auch dieser Stand ist nur ein Stand. Die letzte belastbare Information ist von Mai 2025; ob der Laden heute noch dort ist, wissen wir nicht. Wer hinfährt, sollte kurz vorher selbst nachsehen.

Small Heath, und warum wenig davon übrig ist

Small Heath war das Viertel, in dem die reale Bande zu Hause war, und die industriellen Bereiche dort waren Schlüsselorte ihrer Geschäfte. Wer heute hinfährt, sollte allerdings wissen, dass von dieser Vergangenheit wenig sichtbar geblieben ist. Der Grund liegt nicht in Bomben oder Abriss einzelner Häuser, sondern im Straßenbau der Nachkriegszeit: Birmingham hat sich mit seinen Ringstraßen selbst neu geordnet, und das hat ganze Zusammenhänge zerschnitten.

Das ist eine unspektakuläre, aber ehrliche Auskunft. Ein Viertel verliert seine Lesbarkeit nicht dadurch, dass Gebäude fehlen, sondern dadurch, dass die Wege zwischen ihnen anders verlaufen. Wer Small Heath besucht, sieht ein lebendiges Birminghamer Viertel — nur eben keines, dem man seine Zeit um 1900 ansieht.

Wer trotzdem hinfährt, sollte es aus dem richtigen Grund tun: um eine Vorstellung von den Entfernungen zu bekommen, davon, wie nah Wohnen, Arbeiten und Kneipe beieinander lagen. Das ist weniger, als ein Prospekt verspricht, aber es ist echt.

Der Black Patch zwischen Handsworth und Smethwick

Der Black Patch liegt zwischen Handsworth und Smethwick und war um 1900 ein großes Lager fahrender Leute. 1909 wurden dort Tausende gewaltsam vertrieben.

Dieser Satz braucht keine Ausschmückung, und er bekommt hier auch keine. Eine Vertreibung von Tausenden Menschen aus ihren Unterkünften ist kein Stück Lokalkolorit und kein Hintergrundrauschen für eine Serienerzählung. Sie ist ein staatlich und kommunal durchgesetzter Eingriff gegen eine Gruppe, die sich nicht wehren konnte, und sie gehört in die Geschichte dieser Gegend in derselben Weise wie eine Fabrikschließung oder ein Streik: als Ereignis mit Verantwortlichen und Betroffenen.

Für Gäste, die nach England fahren, ist das aus zwei Gründen wichtig. Erstens, weil die Romani-Herkunft in der Serie als Farbe verwendet wird — als Herkunftserzählung, als Attribut einer Familie. In der Realität war diese Zugehörigkeit kein Attribut, sondern ein Grund für Verfolgung. Zweitens, weil man einen Ort anders betritt, wenn man weiß, was dort geschehen ist.

Auf dem Gelände wurde 2014 ein Gedenkstein für Henty Smith errichtet, die als Königin der Romani bezeichnet wird. Wer den Black Patch besucht, besucht damit einen Erinnerungsort und keine Kulisse. Das ist der angemessene Umgang: hingehen, lesen, still sein, weitergehen.

Das Black Country Living Museum in Dudley

Die Drehorte sind eine eigene Sache, und das größte Missverständnis unter Serienreisenden betrifft genau diesen Punkt. Die Small-Heath-Szenen der Serie wurden überwiegend nicht in Small Heath gedreht, sondern im Black Country Living Museum in Dudley. Das Museum ist ein Freilichtmuseum mit erhaltener Industriekulisse, und es diente als Hauptdrehort für die Straßenszenen.

Für die Planung ist das die praktischste Information des ganzen Beitrags. Wer die Bilder der Serie sucht, fährt nach Dudley, nicht nach Small Heath. Dort steht das, was man wiedererkennt: die Straßenzüge, die Fassaden, das Kopfsteinpflaster. Es ist ein Museum, mit Öffnungszeiten und Eintritt, und genau deshalb verlässlich zu besuchen — im Unterschied zu einem Pub, dessen Nutzung sich alle paar Jahre ändert.

Man sollte nur wissen, was man dort sieht: eine erhaltene und kuratierte Industrielandschaft der Region, die für die Serie genutzt wurde. Kein Ort, an dem die realen Peaky Blinders waren.

Was wir Gästen raten

Die ehrliche Zusammenfassung ist unbequem. Von den drei gesuchten Adressen ist eine ein Möbelgeschäft, eine ein verändertes Wohnviertel und eine ein Erinnerungsort. Der Ort, der am ehesten das liefert, was Serienreisende erwarten, ist ein Museum in einer anderen Stadt.

Das ist kein Grund, nicht zu fahren — aber ein Grund, mit der richtigen Erwartung zu fahren. Wer nach Birmingham reist, um zu sehen, wo die Geschichte spielte, wird eine Stadt finden, die weitergelebt hat. Wer nach Dudley fährt, um die Bilder zu sehen, bekommt sie.

Dieselbe Unterscheidung machen wir auf unseren Touren in Hamburg. Es gibt Orte, an denen etwas belegt ist, es gibt Orte, an denen etwas erzählt wird, und es gibt Kulissen. Die drei zu vermischen macht den Abend nicht besser, sondern nur ungenauer. Ein Ort, von dem man weiß, dass er eine Kulisse ist, verliert dadurch nichts — er wird nur richtig eingeordnet.

Häufige Fragen

Gibt es die Garrison Tavern wirklich?

Ja. Sie steht an der Garrison Lane in Small Heath und gilt als Kneipe, die die historischen Peaky Blinders um die Jahrhundertwende aufsuchten. Mit dem Pub der Serie hat das Gebäude nur den Namen gemeinsam; die Serienkulisse ist eine andere Sache.

Kann man in der Garrison Tavern etwas trinken?

Nein. Das Haus wurde 2014 versteigert und schloss als Gaststätte; danach stand es rund ein Jahrzehnt leer. Nach einem Bericht vom 26. Mai 2025 wird es seither als Fachgeschäft für Küchen und Schlafzimmer genutzt. Dieser Stand ist von Mai 2025 und kann sich geändert haben — vor einer Anreise selbst nachsehen.

Sieht man in Small Heath noch etwas aus der Zeit?

Wenig. Von der Vergangenheit des Viertels ist wegen moderner Straßenbauten kaum etwas sichtbar geblieben. Wer hinfährt, bekommt ein Gefühl für die Entfernungen und die Enge, aber kein historisches Straßenbild.

Was war der Black Patch?

Ein Gelände zwischen Handsworth und Smethwick, das um 1900 ein großes Lager fahrender Leute war. 1909 wurden dort Tausende gewaltsam vertrieben. 2014 wurde auf dem Gelände ein Gedenkstein für Henty Smith errichtet. Es ist ein Erinnerungsort, keine Sehenswürdigkeit.

Wo wurde die Serie gedreht?

Die Small-Heath-Szenen entstanden überwiegend im Black Country Living Museum in Dudley, das als Hauptdrehort diente. Wer die Bilder der Serie wiedererkennen will, fährt dorthin. Es ist ein Freilichtmuseum mit festen Öffnungszeiten und damit der verlässlichste Punkt einer solchen Reise.

Peaky Blinders ist eine Produktion der BBC; dieser Beitrag ist eine eigenständige Besprechung und steht in keiner Verbindung zu den Rechteinhabern.

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Dieser Fanclub ist ein unabhängiges, nicht-kommerzielles Fanprojekt und steht in keiner Verbindung zu den Rechteinhabern der Serie „Peaky Blinders“ (BBC / Caryn Mandabach Productions). Alle Namen, Marken und Bildrechte der Originalserie verbleiben bei den jeweiligen Inhabern.